Nermin Al-Shari wurde am 21. Juni 2026 in Bengasi festgenommen. Der Grund dafür war wohl, dass sie sich im Zuge ihrer normalen Gewerkschaftsarbeit öffentlich kritisch über die Arbeit von Behörden und der Regierung geäußert hat. Mittlerweile ist sie zwar wieder frei, aber die Sache ist damit nicht vom Tisch.
„Wir stehen voll und ganz hinter Nermin Al-Sharif. Dass Gewerkschafter ihre Meinung frei sagen und sich für Arbeiter einsetzen können, ist das absolute Fundament jeder Demokratie“, sagt ITUC-Generalsekretär Luc Triangle. „Friedliche Kritik an Behörden darf niemals als Straftat behandelt oder genutzt werden, um unabhängige Gewerkschaften einzuschüchtern.“
Die Sache hat auch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) auf den Plan gerufen. Bei deren Treffen ging es dieses Jahr um das Abkommen gegen Zwangsarbeit in Libyen. Nermin Al-Sharif hatte sich dort für die Rechte der Arbeiter starkgemacht. Dass man kurz danach gegen sie vorging, sieht stark nach Rache für ihren Einsatz bei der ILO aus.
Luc Triangle stellt klar: „Niemand darf schikaniert oder mit rechtlichen Schritten blockiert werden, nur weil er mit internationalen Arbeitsorganisationen zusammenarbeitet. Die libyschen Behörden müssen dafür sorgen, dass Nermin Al-Sharif geschützt wird, alle Auflagen gegen sie aufgehoben werden und Gewerkschaften ohne Einmischung von oben arbeiten können.“
Der ITUC fordert, dass sie sich wieder komplett frei bewegen und ihre Arbeit ohne Angst machen kann. Die Behörden in Libyen müssen ihre Sicherheit garantieren, sich an Recht und Gesetz halten und aufhören, die Justiz gegen unabhängige Arbeitnehmervertreter zu benutzen.
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